Montag, 20. August 2018

CEPI vergibt Vertrag im Wert von bis zu 36 Mio. US-Dollar an ein von IDT geführtes Konsortium für die Entwicklung eines MERS-Impfstoffs

CEPI (die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) gab heute eine Kooperation mit IDT Biologika bekannt, in deren Rahmen IDT bis zu 36 Millionen US-Dollar für die Unterstützung der Entwicklung und Herstellung eines Impfstoffs gegen das Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus (MERS-CoV), einen zoonotischen Erreger, der von Dromedaren auf Menschen übertragen wird, erhält.

Gemäß dem Rahmenvertrag für die Zusammenarbeit wird IDT von CEPI Gelder für die Weiterentwicklung seines MERS-CoV-Impfstoffs erhalten. CEPI unterstützt die ersten Entwicklungsphasen mit 15,7 Millionen US-Dollar und Optionen auf Investitionen von bis zu insgesamt 36 Millionen US-Dollar über fünf Jahre (einschließlich klinischer Entwicklung, Prozessentwicklung, Herstellung und Lagerhaltung des Impfstoffs).
Das 2012 erstmals identifizierte MERS-CoV wird über Tröpfcheninfektion der Atemwege von Dromedaren übertragen. Die Infektion kann eine Atemwegserkrankung mit Fieber und Husten verursachen, die sich zu einer schweren Lungenentzündung entwickeln kann. Ca. 35 % der gemeldeten Patienten mit MERS-CoV starben. Derzeit ist kein Impfstoff gegen MERS-CoV verfügbar.
Seit 2012 sind 2.229 laborbestätigte Fälle in 27 Ländern aufgetreten. Angesichts des epidemischen Potentials hat die WHO MERS-CoV als Krankheit mit hoher Priorität für Forschung und Entwicklung eingestuft.
Die Krankheit ist mehrfach vor allem in Saudi Arabien und andern Ländern des Nahen Ostens, aber auch außerhalb dieser Region, in großem Maßstab ausgebrochen. So kehrte 2015 eine mit MERS-CoV infizierte Person aus dem Nahen Osten nach Südkorea zurück und infizierte dort 186 Menschen mit dem Virus, was zu 36 Todesfällen führte und erhebliche sozioökonomische Auswirkungen hatte.


Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung in der deutschen Bundesregierung:

„Der Ausbruch von Krankheiten wie MERS, Ebola oder Lassafieber stellt solange eine Bedrohung für die Gesundheit vieler Menschen dar, wie keine wirksamen Impfstoffe zur Verfügung stehen. Darum beteiligen wir uns an der CEPI-Initiative, deren Ziel es ist, künftige Epidemien durch die Entwicklung neuer Impfstoffe zu verhindern. Ich freue mich besonders, dass bei den Bemühungen, weltweit eine bessere Gesundheitssicherheit zu erreichen, deutsches Knowhow eine wichtige Rolle spielt. Die IDT Biologika in Dessau und ihre wissenschaftlichen Partner wurden von der CEPI für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das MERS-Virus ausgewählt. Herzlichen Glückwunsch und viel Glück bei Ihren Anstrengungen!“


Dr. Richard Hatchett, CEO der CEPI:

„Wir sind über diese Vereinbarung mit IDT zur Entwicklung eines Impfstoffs gegen MERS sehr erfreut. Wir bei CEPI verfolgen die Vision einer Welt, in der Risiken durch Epidemien wie MERS keine Bedrohung für die Menschheit mehr darstellen. Die deutsche Bundesregierung ist Gründungsmitglied von CEPI und trägt durch die Unterstützung des Bundesministeriums für Forschung und Entwicklung maßgeblich dazu bei, dass wir diesem Ziel näher kommen.
Investitionen von CEPI von bis zu 36 Millionen US-Dollar in unsere Partnerschaft mit IDT sind nicht nur Ausdruck unseres Engagements für eine schnellere Entwicklung eines MERS-Impfstoffs, sondern auch unserer Entschlossenheit, unser gemeinsames Vorgehen gegen Epidemien zu verbessern und ihre verheerenden Auswirkungen zu verhindern.“


Andreas Kastenbauer, CEO von IDT:

„Wir freuen uns, unser Wissen und unsere Ressourcen einbringen zu können, um einen derart innovativen Impfstoff zur Prävention dieser tödlichen Krankheit zu entwickeln. IDT freut sich sehr, ein solch exzellentes Konsortium angesehener wissenschaftlicher und klinischer Organisationen bei der Forschung und Entwicklung von Impfstoffen zu unterstützen.
Wir sind stolz darauf, einen Beitrag zur Mission von CEPI für die Entwicklung innovativer Impfstoffe zur Vorbeugung neuer Infektionsrisiken leisten zu können.“


Über die Entwicklung des MERS-Impfstoffs

Der MERS-CoV-Impfstoff wird in einem Konsortium aus IDT Biologika, dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), dem Viroscience Department des Erasmus Medical Center und dem klinischen Forschungsinstitut CR2O entwickelt.
Die Forschungseinrichtung DZIF umfasst die klinischen und medizinischen Standorte des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und des Clinical Trial Centre North, die Philipps-Universität Marburg sowie das Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der Ludwig-Maximilians-Universität München.
Der vom Konsortium für den MERS-CoV-Impfstoff derzeit entwickelte Impfstoff-Kandidat wurde vom DZIF bis zur klinischen Phase 1 gebracht und basiert auf einem rekombinanten Modifizierten Vaccinia Ankara (MVA)-Vektor. IDT Biologika hat ein firmeneigenes Zellsubstrat für die Massenproduktion des MVA-basierten Impfstoffs entwickelt. Die erste Generation des in primären Hühnerembryo-Fibroblasten hergestellten MVA-MERS-Impfstoffs wird derzeit in einer laufenden klinischen Studie beurteilt.


Über CEPI

CEPI ist eine innovative Partnerschaft öffentlicher, privater, philanthropischer und zivilgesellschaftlicher Organisationen, die 2017 in Davos gegründet wurde, um Impfstoffe gegen künftige Epidemien zu entwickeln. Bisher wurde CEPI jeweils über mehrere Jahre von Norwegen, Deutschland, Japan, der Bill & Melinda Gates Foundation und Wellcome finanziert. Darüber hinaus erhielt CEPI einjährige Finanzmittel von den Regierungen Australiens, Belgiens und Kanadas. CEPI hat 630 Millionen US-Dollar des angestrebten Finanzierungsziels von 1 Milliarde US-Dollar erreicht. Die Europäische Kommission hat eine Sacheinlage in Höhe von 250 Millionen Euro angekündigt, die entsprechende Projekte über EG-Mechanismen unterstützen wird. Seit der Gründung im Januar 2017 hat CEPI zwei Ausschreibungen veröffentlicht. Die erste war für Impfstoff-Kandidaten gegen das MERS-CoV-, das Nipah- und das Lassa-Virus. Die zweite galt der Entwicklung von Plattformen, die zur schnellen Impfstoffentwicklung gegen unbekannte Erreger genutzt werden können. Erfahren Sie mehr unter CEPI.net. Folgen Sie uns unter @CEPIvaccines.


Über das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF)

Am DZIF entwickeln über 500 Forscher aus 35 Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet gemeinsam neue Ansätze für die Prävention, Diagnose und Behandlung von Infektionskrankheiten. Ziel ist, Forschungsergebnisse schnell und wirksam in die klinische Praxis zu übertragen. Damit bereitet das DZIF den Weg für die Entwicklung neuer Impfstoffe, Diagnostika und Medikamente zur Behandlung von Infektionen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dzif.de.
Über das Viroscience Department am Erasmus MC
Das Erasmus MC ist das größte Universitätsklinikum der Niederlande. Das Department of Viroscience des Erasmus MC ist ein internationales Kompetenzzentrum für multidisziplinäre Grundlagen-, translationale und klinische Forschung im Bereich Viren und Virusinfektionen auf molekularer, Patienten- und Populationsebene. Das Forschungsprogramm ist auf Virusinfektionen von Menschen und Tieren ausgerichtet; der besondere Schwerpunkt liegt auf viralen Zoonosen, wie sie z. B. von Influenzaviren und MERS-CoV verursacht werden. Das Department beherbergt das National Influenza Centre und das WHO Collaborating Centre für Virusinfektionen.


Über CR2O

CR2O ist ein Fullservice-Auftragsforschungsinstitut, das sich auf die Organisation und Durchführung klinischer Entwicklungen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten spezialisiert hat. In den vergangen 10 Jahren haben klinische Experten von CR2O an mehr als 400 klinischen Studien in über 30 Ländern mitgewirkt. CR2O, das seinen Hauptsitz in Amsterdam hat, wird auch weiterhin wissenschaftliche Expertise und operative Exzellenz kombinieren, um Lösungen für den noch ungedeckten medizinischen Bedarf im Bereich Virologie zu entwickeln. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.cr2o.nl.

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